Tantra bedeutet schlicht „Technik“. Es ist eine jahrtausende alte Wissenschaft von der Transformation (Verwandlung) des menschlichen Bewusstseins mit dem Ursprung in Indien. Sein Ziel zur Transformation hat es mit dem Yoga gemeinsam, allerdings sind die Wege des Yoga und des Tantra unterschiedlicher als sie sein könnten.
Tantra sagt ausnahmslos zu allem was ist, eindeutig und vollen Herzens, JA! In den meisten spirituellen Schulen wurde beispielsweise der Sex abgelehnt – anders beim Tantra. Sex wird als natürliche Sache betrachtet, weder überbewertet, noch heruntergespielt. Der Weg des Tantra ist der Weg mitten durch das Leben hindurch. Mit vollem Bewusstsein. Eben in diesem Bewusstsein liegt eine hohe Empfindsamkeit und Sensibilität. So kann die bewusste und sensible Erfahrung des Sex eine von vielen Türen sein, die zu einem höheren Bewusstsein in Form der Erfahrung von Liebe führen. Es war sicherlich die Tür, durch welcher ein Mensch irgendwann von alleine gelangte, denn es ist die natürlichste von allen Türen. Deshalb ist Tantra so alt.
Doch Sex ist nur der Anfang. Stellt man sich der Herausforderung, dann kann sich Liebe entwickeln. Tantra, wie auch Yoga und andere spirituelle Lehren gehen über Sex noch weit hinaus. Dabei stehen zu bleiben ist keine gute Idee. Doch ebenso wenig ist es eine gute Idee den Sex zu überspringen.
Wer nicht über eine freie, gesunde und natürliche Sexualität (weit jenseits von Klischees a'la Porno oder Hollywood) verfügt, dem fehlt die gesunde Basis für eine weitere Entwicklung. Aber ohne ein solides Fundament ist spirituelles Wachstum reichlich sinnlos, und häufig nur Wunschdenken und Selbstverleugnung.
Also ist Tantra keinesfalls gleichbedeutend mit „freier Liebe“, „freier Sexualität“. Tantra geht lediglich von der Freiheit als Naturzustand aus, und hat Techniken entdeckt, damit bewusst umzugehen und sich bewusst zu entwickeln.


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