Die Dynamische Meditation ist wohl die bekannteste der von Osho konzipierten Meditationen. Sie ist durch und durch für den Menschen von heute entwickelt, und optimal an unsere Bedürfnisse angepasst. Sie ist allerdings auch körperlich extrem Anstrengend.
Sie gliedert sich in 3 Phasen a 10 Minuten und 2 Phasen a 15 Minuten. Die ersten drei Phasen sind sehr anstrengend und verausgabend – die beiden letzten Phasen sind ruhig.
Wichtig bei der Anwendung im allgemeinen ist, das man alles was man tut so absolut und 100%ig wie nur irgend wie möglich macht. Es ist völlig normal (am Anfang) dass man meint man kann nicht mehr bzw. man sich blöd oder idiotisch dabei vorkommt oder denkt das sei schlecht für die Gesundheit. Das sind die üblichen Gedanken, sie und viele andere werden alle kommen und mit der Zeit vergehen. Wichtig ist, das man 100% Spaß hat und 100% gibt. Dann stellt sich der „No-Mind“ Zustand schnell ein. Man kann nichts erzwingen, deshalb: Locker bleiben und Spaß haben.
Die Meditation ist privat, sie in einer Gruppe gemeinsam zu machen ist zwar ausserordentlich förderlich, aber dennoch bleibt jeder ganz bei sich, die Augen bleiben geschlossen. Schlafmasken sind nützliche Hilfsmittel.
1. Phase: Chaotisches Atmen (10min)
Schnelles und heftiges chaotisches Atmen durch die Nase bei geschlossenem Mund. Chaotisch heißt: Absolut kein fester Rhythmus. Der Fokus sollte auf der Ausatmung liegen, das Einatmen geschieht dann von selbst. Der ganze Körper sollte das Atmen unterstützen. Werde 100% Atmung. Gib alles!
Die Phase dauert 10 Minuten und wird durch die Musik unterstützt. Hier wird der Körper mit sehr viel Atmungs-Energie aufgeladen, welche in der 2. Phase dann Explosionsartig herausgelassen wird. Wichtig ist, das man nicht vorher schon explodiert, sondern sich immer weiter aufläd, bis die Phase vorbei ist.
2. Phase: Explodiere! (10min)
Explodiere! Lasse alles raus. Schreie, stampfe auf den Boden, schlage in die Luft, Schüttel dich, was auch immer in dir verborgen ist, jetzt ist der Moment es rauszulassen. Jede Emotion Wut, Trauer, Hass, Schmerz, Trauer, die tief in dir steckt kann nun heraus kommen, genieße es, sei 100% dabei, sei dir bewusst. Auch innerliches Schreien ist möglich und eben so effektiv, wenn die Rahmenbedingungen (z.B. Nachbarn) es nicht zulassen. Am Anfang mag es Dir komisch vorkommen, und vielleicht musst Du ein bisschen Schauspielern, und so tun als ob, aber es kommt dann ganz von alleine, nimm es wie es kommt, schau es Dir an und sei 100% dabei. Es ist sehr befreiend. Die Musik wird dir sehr dabei helfen, alles raus zu lassen.
Diese Phase dauert ebenfalls 10 Minuten, ist körperlich ebenfalls sehr anstrengend. Es ist schön, seine Emotionen herauslassen zu dürfen, und diese nicht gegen einen (daran unschuldigen) Mitmenschen zu richten. Alle in Dir selbst zurückgehaltenen Emotionen sind Dein eigenes Problem. Mach es nicht zu dem Problem eines anderen.
3. Phase: Wecke die Sex-Energie (10min )
Hüpfe rhythmisch und lasse mit der Erschütterung des Aufpralles Dein Becken vibrieren. Bei jedem Aufprall lässt Du ein lautes tiefes „Huuh!“ erklingen. Den Ton „Huuh!“ lässt Du ebenfalls tief in Dein Becken gehen. Damit Du beim Hüpfen nicht deine Knie kaputt machst, ist es wichtig, die Knie locker und nicht durchgedrückt zu halten. Mit Deinen Armen kannst du Schwung holen. Lande beim Sprung zuerst mit dem Vorfuß und setze erst dann die Ferse ab. Mit der Ferse dabei leicht auf den Boden klopfen, das eine leichte Vibration im Becken und der Wirbelsäule spürbar wird. Knie dabei locker und leicht angewinkelt.
Hier ist nahezu Übermenschliches Durchhaltevermögen nötig, und kaum Anfänger wird die 10 Minuten Hüpfen mit angehobenen Armen durchhalten. Versuche dennoch so weit wie möglich immer wieder den Ermüdungspunkt hinaus zu zögern. Der Körper hat erstaunliche Fähigkeiten, allerdings ist der Geist in den meisten Fällen das Problem und der ruft: „Ich kann nicht mehr“...
4. Phase: Stopp!
Plötzliche ertönt der Befehl „Stop!“. Sofort Friert deine Bewegung ein, Du bleibst so, wie du eben bist, und bleibst 15 Minuten in absoluter Stille und Bewegungslosigkeit wie eine Statue. ...
5. Phase: Tanze
Die letzten 15 Minuten sind ganz Deinem Tempel, Deinem Körper gewidmet. Lasse die Musik durch Dich fließen und fließe durch die Musik. Feiere. Tanze. Lasse Die Augen dabei geschlossen, tanze nur für dich einen ganz privaten, persönlichen Tanz. Wenn Du die Meditation in einer Gruppe machst, dann bewege Dich jetzt möglichst nicht von der Stelle, um den Tanz der anderen nicht zu stören. Halte die Augen weiterhin geschlossen, so kommst Du gar nicht erst in die Versuchung zu vergleichen, messen oder beeindrucken zu wollen.
Die dynamische Mediation wirkt am besten in einer Gruppe, auch wenn jeder ganz für sich privat dabei bleibt. In einer Gruppe ist oft der Ansporn größer und es wirkt eine ganz besondere Gruppenenergie, die es dem Einzelnen viel leichter macht, als er es für sich ganz alleine kann.
In meinen Seminaren wende ich die Dynamische Meditation allerdings nur in Ausnahmen an, da sie für Anfänger normalerweise zu schwer ist. Sie muss einige Wochen täglich geübt werden, um allein voll und ganz ohne Unterbrechung durchgeführt zu werden. Nimmt man die Herausforderung aber an, so wird sich ein sehr starker Wille und Durchhaltevermögen entwickeln.


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